In Vo Februar 2010 Gmeiner Verlag ISBN 978-3-8392-1040-6 eine Kriminalgeschichte aus dem dreißigjährigen Krieg Zeitraum 1632-1653 Das Bauernmädchen Marie, durch den Krieg um alles gebracht, verbindet eine seltsame Liebe mit dem Raubmörder und Räuberhauptmann Jaspar Hanebuth aus Hannover, bis sie von ihm getötet wird. Zum Inhalt; VON RACHE GETRIEBEN Bayern im Jahre 1632. Die Bauern
leiden unter den Schrecken des Dreißigjährigen Krieges. Versprengte
Truppen des gefallenen Feldherrn Johann tSerclaes Graf von Tilly ziehen
plündernd und mordend durch das Land. Auch Marie, die in einem
kleinen Dorf in der Nähe von Ingolstadt lebt, muss mit ansehen, wie ihre
Familie getötet und die Pferde geraubt werden. Nur sie und ihr Vater
können den Mördern entkommen.
Auf ihrer Flucht schließen sie sich dem schwedischen Reiter Jaspar
Hanebuth an und folgen ihm in sein Heimatdorf bei Hannover. Hanebuth
entpuppt sich bald als skrupelloser Dieb, Vergewaltiger und Mörder. Sein
Name ist in aller Munde und landauf, landab gefürchtet. Doch Marie fühlt
sich von seinem wilden, zügellosen Wesen auch angezogen. Und sie weiß:
Als Geliebte dieses Mannes wird ihr nichts zustoßenhier eine kleine Leseprobe: »Wer bist du, dass du so gut Bescheid weißt über
diesen Jaspar?«, fragte er. Seine Stimme klang rau.
»Ich bin seine Konkubine«, antwortete sie und
hielt seinem Blick stand. Sie wusste, wie gefährlich
es war, in der Gegenwart eines Fremden Dinge zu
sagen, die man lieber für sich behalten sollte. Aber
aus irgendeinem Grund verspürte sie den Wunsch,
ihm die Wahrheit zu sagen.
Zwischen seinen Augen hatte sich eine steile Falte
gebildet. Er schien zu zweifeln, überlegte, ob sie ihn
belog oder die Wahrheit sagte. Immerhin hatte sie
es geschafft, ihn sprachlos zu machen, so sprachlos
wie ein Mann nur sein kann, dem gerade die Hoffnung
auf ein Schäferstündchen davongeflattert war.
Er mimte den Enttäuschten, nahm die Hände von
ihren Schultern und rückte ein Stück von ihr ab. »Da
habe ich ja einen fetten Fisch aus dem Sumpf gezogen!
Ich hätte dich lieber absaufen lassen sollen.«
»Wirst du mich jetzt töten?«, fragte sie leise.
Doch sie traf nur ein beleidigter Blick.
»Dazu hätte ich dich nicht erst aus dem Moor ziehen
müssen. Man sollte eben keinem Weibe trauen.«
Mit einer Handbewegung, die seine Enttäuschung
zum Ausdruck brachte, fuhr er sich durch die
Haare, pfiff nach seinem Pferd und befahl ihr kurz
mit einem Blick auf die trockene Kleidung: »Kleide
dich an, wir reiten!«
Dann schwieg er wieder, ein brütendes Schweigen,
das ihr wie eine Ewigkeit vorkam, während
sie auf einem Bein hüpfend versuchte, in die Stiefel
zu schlüpfen.
Indessen hantierte er an den Satteltaschen, prüfte
die Schnallen am Zaum, und als er den Sattelgurt
festzog, fragte er sie mit dem Rücken zu ihr gewandt:
»Wie stehst du zu ihm, liebst du ihn?«
»Warum willst du das wissen? Ich teile mit ihm
das Lager, wann er es will«, antwortete sie, trat hinter
ihn und griff nach seiner Hand.
Die Berührung wirkte auf ihn Wunder. Er hielt
die Hand ganz still, während er sich halb zu ihr
umdrehte. »Du liebst ihn also nicht mit dem Herzen?
«
»Nein. Es wird immer etwas geben, was zwischen
uns steht.«
Ihre Antwort kam so schnell und überraschend
für ihn, dass er nur verwundert den Kopf schüttelte,
weil er nicht wusste, was er von einem solchen
Weib halten sollte. Doch als er sie ansah, war sein
Unmut bereits verflogen und seine Augen strahlten
in neuer Glut. Er fragte sie: »Könntest du mich
denn lieben?« Und um einer Gegenwehr vorzubeugen,
fügte er schnell hinzu: »Ich habe dich gerettet,
du bist mir Zeit deines Lebens etwas schuldig. Und
was kann einem Mann ein so hübsches Weib wie du
Schöneres schenken als ihre Liebe?«
Eigentlich nahm man Frauen oder man fragte den
Vater. Für Romantik war in diesen schweren Zei
ten kein Platz. Deshalb war es verständlich, dass
Marie, die sich insgeheim nichts anderes wünschte
als eine zärtliche, gefühlvolle Liebe, auf seine Frage
überrascht und heftig reagierte. »Nein «, stammelte
sie. Ihr Gesicht wurde abwechselnd bleich
und rot.